Skip to main content

Die Hospizbewegung

Die moderne Hospizbewegung

Die moderne Hospizbewegung, so wie wir sie heute kennen, wurde entscheidend geprägt durch zwei Frauen: Dame Dr. Cicely Saunders und Elisabeth Kübler-Ross.

Dame Dr. Cicely Saunders, Ärztin, gründete 1967 das St. Christopher’s Hospice in London. Sie hatte die Überzeugung, dass es möglich war, dass Menschen die im Sterben liegen, ihre letzten Tage würdevoll und schmerzfrei verleben können. Diese Einstellung brachte sie in die ganze Welt. Die Entwicklung der stationären Hospize und der Einsatz der Palliativmedizin sind im Wesentlichen ihr zu verdanken.

1969 erschien von Elisabeth Kübler-Ross, Psychiaterin und Begründerin der Sterbeforschung, der Besteller „Interviews mit Sterbenden“. Mit ihrer Erfahrung, die sie durch unzählige Interviews mit Sterbenden gesammelt hatte, öffnete sie eine völlig neue Welt, besonders für Ärzte. Zu dem Zeitpunkt waren das Sterben und der Umgang mit diesen Menschen ausschließlich Aufgabe der Geistlichkeit. Ärzte fühlten sich nur für die Lebenden „zuständig“ und nicht für den Sterbenden. Sie jedoch fragte nach deren Gefühlen, Ängsten und Wünschen.

Aus diesem unglaublichen Fundus von Berichten erstellte E. Kübler-Ross folgende fünf Sterbephasen:

Nichtwahrhabenwollen – Zorn – Verhandeln – Depression – Akzeptanz

Die moderne Hospizbewegung breitete sich aufgrund dieser Frauen in viele Länder innerhalb und außerhalb Europas aus.

Hospizbewegung in Deutschland

Die Hospizbewegung ist hauptsächlich durch das vielfältige Engagement und der Überzeugungskraft von Bürgerinnen und Bürgern als Bürgerbewegung entstanden. Das Engagement reichte soweit, dass Frauen und Männer nach London fuhren und sich das Hospiz von Dame Dr. Cicely Saunders anschauten und diese Form und die damit verbundene Überzeugung nach Deutschland weiter trugen.

Der unwürdigen Situation schwerstkranker, sterbender Menschen in Einrichtungen wollte man sich entgegenstellen.

Diese Bürgerbewegung ist auch heute noch die tragende Säule der Hospizbewegung. In Deutschland engagieren sich 80 000 Menschen ehrenamtlich in der Begleitung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen.

1983 entstand die erste Palliativstation an der Universitätsklinik in Köln.

1986 öffnete in Aachen das erste stationäre Hospiz.